Das Schuljahr geht zuneige. Eine Gelegenheit, über eigene Fehler nachzudenken. Zum Beispiel, dass ich als Schülersprecher für die Handytaschen gestimmt habe – Blöderweise ohne zu fragen, was die Schüler:innen darüber denken. Deshalb mag es so aussehen, dass die gesamte Regelung ohne Absprache durchgesetzt werden soll, auch wenn das laut Frau Weyers nicht die Intention war. Im Schülerrat wurde das Objekt nämlich umfassend vorgestellt. Der Raum für den Austausch innerhalb der Klassen war dann einfach nicht gegeben. An diesem grundsätzlichen Problem möchte man auch nächstes Jahr arbeiten. Insofern schon eine gute Sache, denn so werden die demokratischen Werte an der Schule vermittelt. Aber auch anderweitig ist die Debatte wichtig. Die wachsende Nutzung macht sich, wie überall, ebenso am FWG bemerkbar. Die Klassenzimmer werden für Medienkonsum zweckentfremdet – in den Pausen die Toiletten. Viele Studien zeigen: Das hat Einfluss auf die kognitive, aber auch die psychische Entwicklung. Bisher haben die Lehrer:innen die Geräte eingesackt oder zumindest Ermahnungen ausgeteilt. Mittlerweile passiert selbst das nicht mehr so häufig. Die neue Lösung könnten wohl die Taschen sein: Wir sollen das Smartphone dank Magnetverschluss dann gar nicht mehr rausholen. Damit das klar ist: Die Dinger sind noch nicht eingeführt. Es ist noch nicht einmal beschlossene Sache.
Während der Entscheidungsprozess läuft, möchte man Anfang nächsten Jahres eine andere „Wir-wollen-hier-keine-Handys-haben-und-setzen-das-auch-um-Offensive“ starten, so Frau Weyers in einem Gespräch mit Vox Icari. Dadurch würden die Handytaschen vermieden. Unter anderem könnte das bedeuten, dass die Lehrer:innen ein eingesammeltes Handy ins Sekretariat bringen. Wer es wiederhaben möchte, muss seine Eltern bitten, es abzuholen. Gleichzeitig wird weiterhin der richtige Umgang mit Medien gelehrt. Das eigene Bewusstsein über den Konsum soll sich noch stärker verändern. Für mich ist jedenfalls klar: Wenn die Schule handy-frei sein soll, muss der Unterricht aber auch alle mit einbinden. Manche Unterrichtsstunden sind die Aufmerksamkeit einfach nicht wert. Das Thema würde jetzt den Rahmen sprengen und es ist leichter gesagt als getan. Möglicherweise liegt das wiederum ja auch an den Smartphones. Wenn dem so ist, gibt es für uns noch einen guten Grund mehr für einen geräte-freien Ort. Die Handytaschen sind nicht perfekt, aber vielleicht notwendig. Diese kurzfristige Lösung hätte sicherlich positive Auswirkungen. Langfristig wird dann bestenfalls eine gute Selbstregulation alles andere überflüssig machen.