Immer wieder wird diskutiert, ob Schüler:innen von einem späteren Unterrichtsbeginn profitieren würden. Tatsächlich gibt es mehrere Studien, die dies belegen.
Dass Schüler:innen sich besser konzentrieren können, wenn sie morgens länger ausschlafen, liegt zum einen daran, dass sich der Biorhythmus in der Pubertät verändert. Zusätzlich treten Hirnprozesse, durch die gebildete Nervenverbindungen neu verknüpft werden, nun verstärkt während der REM-Schlafphasen auf. REM-Schlaf bezeichnet Schlafphasen, während denen Erlebnisse verarbeitet und Emotionen reguliert werden. Der REM- Schlaf findet überwiegend in den frühen Morgenstunden statt, und fällt bei einem früheren Schulbeginn häufig zu kurz aus. Der Schlafmediziner Michael Feld fasst es so zusammen: „Wenn ich die Schule früh beginnen lasse, schneide ich dem Jugendlichen sozusagen seine Hirnreifungsphase ab.“ Der Schlafmangel hat dann möglicherweise Konzentrationsschwierigkeiten und geringere Leistungsfähigkeit, aber auch unter Umständen Krankheiten wie Bluthochdruck, Diabetes, Übergewicht oder Depressionen zur Folge. Ein späterer Schulbeginn würde den Schülern also ganzheitlich gut tun.
Ein Experiment an zwei Sekundarschulen zeigt, dass die Jugendlichen späteren Unterrichtsbeginn wählen, wenn sie diese Option haben. Dadurch, dass sie später aufstehen mussten, hatten sie dann durchschnittlich 45 Minuten mehr Schlaf pro Nacht.
Warum wird ein späterer Schulbeginn also nicht in die Tat umgesetzt?

Wird Schule bald eher so…

… anstatt so aussehen?
Ein Grund dafür, dass der Schulbeginn nicht nach hinten verschoben wird, ist ein Betreuungsproblem vieler Eltern, da bei vielen Berufen die Anfangszeiten nicht verhandelbar sind. Eine mögliche Lösung hierfür wäre ein Frühbetreuungsangebot der Schulen, das allerdings wieder Personal sowie finanzielle Mittel erfordert. Zudem müssten die öffentlichen Verkehrsmittel angepasst werden. Gerade in ländlichen Regionen ist der ÖPNV auf den Schulstart ausgerichtet. In Städten könnte ein späterer Schulbeginn auch mit dem Arbeitsbeginn kollidieren, was zu noch volleren Bussen und Bahnen führen würde. Für Schüler:innen könnte eine Reform auch weniger Freizeit bedeuten, da mehr Unterricht in den Nachmittag verlegt werden müsste. Hobbys, wie zum Beispiel Sportangebote, finden oft am Nachmittag statt und müssten folglich später anfangen oder gekürzt werden. Hausaufgaben und die Vorbereitung auf Klassenarbeiten müsste später am Abend erledigt werden, was wiederum Folgen wie vermehrten Stress haben könnte.
Am 30.03.2026 wurde ein geänderter Runderlass veröffentlicht, der den Unterrichtsbeginn in NRW regelt. Dieser erlaubt nun einen Schulbeginn zwischen 7:30 Uhr und 9:00 Uhr an weiterführenden Schulen. Der Schulbeginn an Grundschulen soll weiterhin zwischen 7:30 Uhr und 8:30 Uhr liegen.
An die Eltern der Schüler:innen des FWGs wurde in diesem Zusammenhang kürzlich per Email eine Umfrage weitergeleitet, um ein Meinungsbild zu ermitteln. Die Umfrage wurde von der Landeselternschaft der Gymnasien in Nordrhein-Westfalen e. V. erstellt und fragt unter anderem ab, wie ein späterer Schulbeginn den Familienalltag beeinflussen würde und ob der Unterrichtsbeginn für alle Altersklassen geändert werden sollte.
Inwiefern der Unterricht bei uns am FWG tatsächlich bald später beginnt, weiß niemand. Noch wurde von der Schulleitung jedenfalls nichts derartiges kommuniziert.
https://www.zdfheute.de/wissen/spaeterer-unterrichtsbeginn-schulstart-schulbeginn-pubertaet-100
https://bass.schule.nrw/15325.htm
https://www.betzold.de/blog/debatte-um-spaeteren-unterrichtsbeginn/?srsltid=AfmBOoqjxiiTmDkXmlPvk7HfYQ22DLylckRsbQnW5Uj7jvYjW4jxP5Xp
Späterer Schulbeginn? Pro und Contra Argumente im Check
https://www.quarks.de/gesellschaft/bildung/darum-sollte-die-schule-spaeter-beginnen/
https://deutsches-schulportal.de/schule-im-umfeld/sollte-der-unterricht-fuer-teenager-spaeter-beginnen/
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